Objektiv betrachtet ist Still Life ein gut gemachter Film mit liebevollen Charakteren.
Uberto Passolinis in Pastellfarben gehaltene Bilder voller kleiner Details geben dem Film einen besonderen Charm. Obwohl der Film einer der traurigsten ist, die ich seit langem im Kino gesehen habe, hat er auch seine lustigen Momente.
Subjektiv gesehen konnte ich mich mit dieser sehr pessimistischen Weltanschauung des Films nicht anfreunden. In diesem Film gibt es keine glücklichen Menschen. Nicht einen. Obwohl mich May als Sympathieträger halten konnte sind unsere Sichten auf das Leben völlig unterschiedliche. Es gab es sogar diesen Moment an dem ich mit dem Bösewicht des Films sympatisieren musste. “Beerdigungen sind für die Lebenden, nicht für die Toten”.
Über das sehr kitschige (wenn auch ergreifende) Ende sehe ich einfach mal komplett weg.

Ist Still Life ein guter Film? Vielleicht schon. Aber nur halt nicht für mich.

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"The best Part of now is, ther will ever be another."

"The Spectacular Now" ist eine Coming of Age Dramödie, die es erstaunlich gut schafft die stereotypischen Klischees des Genres zu umgehen.
Zusammen mit den unaufgeregten Bildern wirkt der Film angenehm nah und persönlich.

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This review reportedly contains spoilers.

Während James Bond innerhalb der Jahre immer höher, weiter und abgefahrener werden musste, während Flemings Spion der Spione unsichtbare Autos und andere futuristische Gadgets in die Hand gedrückt bekommen hat, gilt Le Carré als bodenständige Agentenspannung. 
Seine Agentgeschichten zeigen die ruhige, oft zermürbende Arbeit des Geheimdienstes. Le Carré hat selbst für den MI5 gearbeitet und lässt seine Erfahrungen in seine Geschichten einfließen.
Immer wieder sind seine Bücher, über die letzten 20 Jahre verteilt, bereits verfilmt worden. Wirklich Aufmerksam bin ich aber erst 2011 durch den tollen Agenten Thriller “Dame, König, As, Spion” geworden.

A Most Wanted Men ist einer seiner jüngeren Werke und spielt im Post 9-11 Hamburg. Der deutsche Spion Günther Bachmann beobachtet seit langer Zeit eine islamische Gruppe die er verdächtigt in zusammenarbeite mit Al Qaida zu stehen. Als der Sohn eines kriminellen, islamistischen Verbrechers in Hamburg auftaucht, wittert er seine Chance endlich an die fehlenden Beweise zu kommen.
Doch dieser Sohn, Issa Karpow, will sich einfach nicht in das Bild seinen Vaters einrahmen lassen. Eingenommen von seinem Charm des missverstandenen Flüchtlings, versucht die die junge Anwältin Annabel Richter an seiner Seite seine Unschuld zu belegen.
Als wäre das noch nicht genug Tauziehen geht der Interessenskonflikt auch innerhalb des Geheimdienstes weiter. Während Bachmann Karpow dazu benutzen will die Hintermänner zu überführen wollen seine Kollegen ihn lieber direkt verhaften. Und auch die Amerikaner zeigen ihr Interesse. 

Wer nach dieser Zusammenfassung nun eine Handlung voller Intrigen und Verwirrungen erwartet wird zunächst enttäuscht sein. Vor allem im Gegensatz zu ”Dame, König, As, Spion” ist “A Most Wanted Men” ein ruhiger und ziemlicher gradliniger Thriller mit einer sehr kühlen und sachlichen Erzählweise.
Er schafft es nicht wirkliche Spannung aufzubauen, denn abgesehen von der anfänglichen Skepsis zu Karpows Rolle ist das Bild schnell klar. Der Film verweigert damit die Befriedigung jeglicher Sensationslust, bricht dadurch aber auch wiederum auf interessanter Weise mit den Klischees des Genre. Ein geist gibt es dann doch. Der überrascht vielleicht weniger, wird aber ebenso konsequent kühl ausgespielt wie der restliche Film, was einen wirklich gelungenen Eindruck hinterlässt.
Auch wirklich gut gelungen ist zudem die authentische Inszenierung des Handlungsraums. Le Carré selbst hat Hamburg in einem Interview als Hauptprotagonisten seines Romans bezeichnet. Der Film würdigt dies voll. Von der dreckigen Reeperbahn Spelunke, über eine sich in Renovierung befindliche Wohnung in der Speicherstadt bis hin zur direkt an der Elbe gelegenen Prachtvilla zeigt sich die Stadt von all ihrer Schönheit. Wer sich dort ein bisschen auskennt wird sich sofort wiederfinden und doch überrascht sein wie schön man Hamburg in Szene setzen kann.
Leider können die Bilder und die guten Schauspieler den Mangel an Handlung nicht ausgleichen und so hängt der Film vor allem im Mittelteil streckenweise doch zu arg um eine klare Sehempfehlung aussprechen zu können.

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Der Film kam irgendwie aus dem nichts. Keine Werbung, kein Trailer, nicht mal ein Poster im Lichtspielhaus.
Ehrlich gesagt wusste ich nicht mal das Volker Schlöndorff noch Filme macht.
Mit “Diplomatie” verfilmt er ausnahmsweise mal keinen Roman, aber ein Theaterstück, ein Kammerspiel.

Der zweite Weltkrieg neigt sich grade dem Ende zu. Die Alliierten stehen vor Paris und Hitler hat den Befehl gegeben die Stadt in die Luft zu jagen.
“Paris darf nicht oder nur als Trümmerfeld in die Hand des Feindes fallen.“ 
Es soll die letzte Nacht des Eifelturms sein, die letzte Nacht von Notre Dame und des Opernhauses. Der Film handelt nun von den Gesprächen zwischen dem deutschen General Dietrich von Choltitz, der diesen Verhängnisvollen “Trümmerbefehl” ausführen soll und dem schwedischen Generalkonsul Raoul Nordling, der versucht ihn davon abzubringen.
Mit Diplomatie ist Schlöndorff wieder einmal ein Meisterstück gelungen. Obwohl jeder den letztendlichen Ausgang vorraussehen kann, schließlich steht der Eifelturm, Notredam und auch das Opernhaus heute noch, fesselt die spannende Inszenierung und Dialoge der Gespräche.
Beide Partein werden als menschliche Wesen mit Zielen und Beweggründen dargestellt. Mit jedem Wort offenbaren sie sich mehr, mit jeder sorgfältig gewählten Formulierung versuchen sie dies auszunutzen. Ich war beeindruckt von der Präsens beider Figuren und von ihrem intellektuellen Zweikampf in Worten. Nicht nur dass, was gesagt wird zwischen den beiden spielt eine Rolle, auch das nicht ausgesprochene steht im Raum.
Dies sind sie also diese Männer, deren Entscheidungen noch lange nach dem Ausgang des Krieges die Welt prägen können. 
Und plötzlich wirkt die nächste Entscheidung, die wir so treffen müssen geradezu lächerlich.

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Watched on Friday September 5, 2014.

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Der Film hat als unerwarteter Querschläger meine Jahres-top-ten getroffen.
Ein Feel-Good-Movie in der Indie-musikebranche hat bei mir halt sowieso gute Chancen. Zudem trifft hier Quaterlife- auf Midlifecrisis mit Musik nach meinem Geschmack (Tja, ich steh halt auf Indie-Pop) und einer hinreißende Performance von Keira Knightley.

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Watched on Thursday September 4, 2014.

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Watched on Wednesday September 3, 2014.

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